Geschichte

GESCHICHTE

DER BEGINN



Das Jahr 1837: Drei Eberschwanger Handwerksburschen, unter ihnen der Tischlergeselle Josef Lederbauer, gründen eine Handwerksburschenschaft. Deren Aufgabe sollte es sein, sich um auf der Walz (Wanderschaft) befindliche, durch den Ort kommende Burschen zu kümmern und ihnen ein Quartier zu verschaffen. Außerdem sollte in der neu gegründeten Burschenschaft großer Wert auf Kameradschaft und Heimattreue gelegt werden. Im Gegensatz zu den damals aufkommenden studentischen Burschenschaften hatte die Eberschwanger (Handwerks–) Burschenschaft jedoch seit Beginn an keinerlei politische Ambitionen. Sie war als eine Vereinigung gedacht, in der ausschließlich junge, ledige Handwerksburschen Aufnahme fanden. Ihnen wurde dabei eine Freizeitkultur geboten, die damals auf dem Land alles andere als selbstverständlich war. Als Wahrzeichen der neu gegründeten Burschenschaft fertigte Josef Lederbauer den "Burschenschild" an. In einem gläsernen Kasten brachte er entweder die Zunftzeichen, kleine Werkzeuge oder Erzeugnisse an, welche auf die Berufe der damaligen Burschenschaftsmitglieder hinweisen. Um sein eigenes Handwerk des Tischlers besonders hervorzuheben, setze er in das Zentrum des Burschenschildes eine funktionstüchtige Miniaturhobelbank. Auf der Unterseite des Deckels verewigte sich Lederbauer mit seinen Initialen und der Jahreszahl 1837. Nach der Trennung der Burschenschaft wurde ein zweiter Kasten angefertigt, sodass heute Jung– und Altburschenschaft einen eigenen Burschenschild besitzen.
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ENTWICKLUNG



Im Vereinsleben unterschied sich die Burschenschaft von jeher deutlich von den bäuerlichen Burschenschaften, den Zechen, von denen die ersten Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet wurden. Pflegten diese den heimischen Landlertanz, so veranstaltete die Burschenschaft vornehme Bälle (Burschenbälle) mit "städtischen Tänzen" (Polonaise – Quadrille) und exklusiven Bräuchen (Blauer Montag, Fackelzug, Moritat). So wurde die Burschenschaft nach und nach vom Handwerks– zum Gesellschaftsverein, der sich insbesondere auch um das Faschingsbrauchtum annahm.

1879/1880 wurde der sogenannte "Blaue Montag" eingeführt, was nichts anderes bedeutete, als dass nach dem sonntäglichen Burschenball am Montag "blau" gemacht wurde. Das erst später dazugekommene "Aussingen" sowie die Blau–Montags–Umzüge wurden ebenfalls an diesem Tag (bis 1970) abgehalten.

Obwohl politisch nicht engagiert, sind in der Eberschwanger Burschenschaft schon sehr früh bestimmte Elemente zu erkennen, die sich sonst nur in studentischen Verbindungen finden. So trägt die Jungburschenschaft 1837 bis heute keine "Verbindungs–Farben", singt aber in jeder Versammlung das Burschenlied "O alte Burschenherrlichkeit" ab. Der Grund für die Vermischung handwerklicher und studentischer Inhalte dürfte darin liegen, dass ein Sohn des Burschenschaftsgründers, Johann Lederbauer, für einige Jahre die Kunstakademie in München besuchte. Er dürfte es gewesen sein, der das studentische Gedankengut mit nach Eberschwang brachte. Ein weiteres plausibles Indiz ist der Umstand, dass viele Burschen dem 1906 gegründeten Turnverein beitraten und so mit den Idealen des Turnvaters Jahn in Berührung kamen.

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg, in den auch die Mehrzahl der Burschen einrücken musste, wurden die Aufnahmeregularien gelockert. So war die Ausübung eines Handwerksberufes nun nicht mehr unbedingte Voraussetzung für die Aufnahme. Auch Handwerksgehilfen, Bauern, Knechte und Beamte konnten nun der Burschenschaft beitreten.
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ERSTE SPALTUNG



In dieser Zeit schwelte aber auch ein Generationenkonflikt innerhalb der Burschenschaft auf, der immer mehr zur Zerreißprobe wurde. Dazu kam noch das teils sehr aggressive Werben einiger Gastwirte um die Gunst der trinkfesten Burschen. Im Jahr 1921 kam es schließlich zur Teilung der Burschenschaft. Jene Mitglieder, welche sich damals von der Burschenschaft 1837 abspalteten, bezeichneten sich selbst als Altburschenschaft, im Volksmund "Topfburschen" genannt, nach ihrem neuen Stammlokal Topf (heute Würzl). Die jüngeren Burschen verblieben im Vereinsgasthaus Renetseder und galten in Eberschwang nun als die "Renetsederburschen".
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ZWISCHENKRIEGSZEIT



Die wirtschaftlich schlechten Zwanziger und Dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts wirkten sich insofern positiv auf die Burschenschaft aus, als dass sich Zusammenhalt und Burschengeist stetig verbesserten. Nachdem auch ein Großteil der Burschen nicht von der Arbeitslosigkeit verschont geblieben war, traf man sich fast täglich in der Küche des Vereinsgasthauses Renetseder, wo die Wirtin und Burschenmutter Frau Renetseder so manchen Liter Bier zum Nulltarif verrechnete, wenn man ihr Herz mit Gesang erweicht hatte. Ein Brauch, dem wir auch heute noch gerne nachkommen, obwohl wir uns heute glücklicherweise neben den gespendeten Doppellitern auch selber was zu Trinken leisten können.

Einen weiteren interessanten Aspekt stellt die damalige Einstellung der Katholischen Kirche dar. Diese hatte nämlich mit den Burschenschaften wie auch mit den Zechen seit jeher keine rechte Freude, da sich deren Mitglieder durch ihr geselliges Treiben weitestgehend dem Einfluss der Kirche entzogen. Mit der Gründung einer Ortsgruppe der "Katholischen Burschenschaft" im Jahr 1924 und eines "Jungmännerbundes" 1937 wurde der Versuch unternommen, dem entgegenzuwirken und den Burschenschaften sowie den Zechen den Nachwuchs streitig zu machen. Der Erfolg hielt sich in bescheidenen Grenzen.

1937 feierten die zwei Burschenschaften das 100–jährige Bestandsjubiläum. Nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten in Österreich mussten aber beide, wie bekanntlich alle anderen Vereine auch, ihre Tätigkeit einstellen. Als letzte Veranstaltung vor dem Zweiten Weltkrieg wurde 1939 noch ein Burschenkränzchen abgehalten.
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VERSUCH DER WIEDERVEREINIGUNG



Nach Ende des Krieges war ein Vereinsleben wieder gestattet, die beiden Burschenschaften durch die Kriegsgräuel auf den Schlachtfeldern Europas jedoch stark in der Mitgliederzahl dezimiert. So entschlossen sich beide, die Vereinstätigkeit unter der Bezeichnung "Burschenschaft 1837" auf gemeinsamer Basis wieder aufzunehmen. Die Ballveranstaltungen fanden nunmehr im Gasthaus Topf statt, während das Gasthaus Renetseder weiterhin als Burschenstammlokal diente. Zunächst schien es so, als wäre die Wiedervereinigung geglückt, doch der Schein trügte.
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WIEDERGRÜNDUNG DER JUNGBURSCHENSCHAFT



Auch nach dem 2. Weltkrieg flammte innerhalb der wiedervereinten Burschenschaft ein Konflikt zwischen den jüngeren und den älteren Burschen auf, die immer weniger miteinander anfangen konnten und sich über immer weniger Dinge, die Burschenschaft betreffend, einig waren. Grundproblem dieser Situation waren, laut Erzählungen unserer verheirateten Burschenbrüder, die Kriegserlebnisse der älteren Burschen. Sie waren es, die dazu führten, dass die jüngeren Burschen, denen die Front noch erspart geblieben war, mit den älteren nichts mehr anzufangen wussten und ein gemeinsames Vereinsleben somit unmöglich machten. Eine These, die nur allzu plausibel klingt, vor allem wenn man sich den Zeitpunkt der ersten Spaltung kurz nach dem 1. Weltkrieg noch einmal vor Augen führt.
Im Jahr 1953 erfolgte schließlich die zweite und endgültige Trennung der beiden Eberschwanger Burschenschaften. Diesmal aber waren es die Renetseder–Burschen, die sich von der Burschenschaft 1837 abspalteten und sich von nun an "Jungburschenschaft 1837 Eberschwang" nannten.
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VOM FEINDLICHEN AUSEINANDER ZUM FRIEDLICHEN NEBENEINANDER



Nachdem die beiden Burschenschaften auch dieses Mal nicht einvernehmlich sondern im tiefen Streit auseinandergegangen waren, war anfangs auch ihr Verhältnis zueinander dementsprechend schlecht. Angefangen vom Streit darüber, wer denn nun die "echte Burschenschaft" sei, (der dann und wann auch mit den Fäusten ausgetragen wurde), bis hin zu Eberschwangern, die sich auf der Straße nicht mehr grüßten, blieb sich dabei keine der beiden Seiten etwas schuldig.

Die Trennung hatte aber auch ihr Positives, denn durch das entstandene Konkurrenz–Denken wollte jede der beiden Burschenschaften stets besser sein als die andere und wuchs in diesem Bestreben teilweise über sich selbst hinaus. So waren beispielsweise die beiden Burschenbälle damals noch an ein und demselben Tag und dennoch beide bestens besucht.

Mit der Zeit gewöhnten sich nicht nur die "neutralen" Eberschwanger daran, dass es wieder zwei Burschenschaften im Ort gab, auch die Burschen selbst kannten es irgendwann nicht mehr anders. Und so wurde langsam aber sicher auch das Verhältnis der beiden Vereine zueinander vielfach entspannter, wenn auch einmal mehr und einmal weniger.

Heute ist das Kriegsbeil schon längst begraben. Wir leben in einer gesunden und stets fairen Konkurrenz–Situation, in der einer den anderen anspornt und Schläge unter die Gürtellinie (sowohl körperlich als auch verbal) in Jung– und Altburschenschaft verurteilt werden. Wenn wir auch, von außen betrachtet, genau das Gleiche tun, so hat doch jeder der beiden Vereine seine mit der Zeit entstandenen Eigenheiten, die ihn vom anderen unterscheiden und auf die er mit Recht stolz ist. Zudem hat schon lange jede der zwei Burschenschaften ihre Fixtermine im Veranstaltungskalender für Burschenball und Fest, weshalb wir heute nicht mehr um Gäste konkurrieren, sondern jeder den anderen bei seinen Veranstaltungen als Gast besucht.
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ZEIT BIS HEUTE



Seit ihrer Wiedergründung ist die Jungburschenschaft 1837 nun bemüht, ihre alten Traditionen und Werte zu erhalten und sie immer wieder an die nächste Generation von Burschen weiterzugeben. Dabei sind wir durchaus bereit, unsere Bräuche dann und wann den zeitlichen Gegebenheiten etwas anzupassen, um sie wirklich lebendig und auch für junge Menschen attraktiv zu halten. Wichtig ist uns, dass der eigentliche Sinn dahinter nicht verloren geht. Ganz nach dem Motto "Die alte Schale ist uns fern, geblieben ist uns doch der Kern". Man sieht an Beispielen wie der Moritat oder den Tanzschulen, dass es uns im Allgemeinen gut gelingt, diesen Gedanken in die Tat umzusetzen.

Daneben sind wir aber auch neuen Ideen und Unternehmungen keineswegs abgeneigt, sondern ganz im Gegenteil. So wurde beispielsweise 1960 die "Fahrt ins Blaue" eingeführt, die sogleich zu einem jährlichen Fixtermin im Jungburschen–Jahr wurde. Das wirklich Besondere daran war, dass zu diesem Ausflug erstmals auch die Burschendirndl mitgenommen wurden, die damals einzig und allein zum Auftanzen da waren.

Dies änderte sich vor allem durch schlechte Jahre, in denen es ohne die hingebungsvolle Unterstützung unserer Burschendirndl einfach nicht mehr gegangen wäre. So wurden fortan auch sie beim jährlichen Jungburschen–Fest zum Arbeiten eingeteilt und fühlten sich nicht minder der Jungburschenschaft zugehörig, wenn sie auch offiziell nie Mitglieder waren. Heute werden die Jungburschendirndl nach den Vereinsstatuten als "außerordentliche Mitglieder" geführt. Sie haben ihre eigenen Versammlungen, ihren eigenen Ausflug und seit 2007 die "Burschendirndl–Sprecherin", die ihre Interessen nach außen und auch dem Ausschuss gegenüber vertritt. Wenn es aber wirklich um was geht, dann halten wir zusammen wie Pech und Schwefel, denn letztlich sind wir ein Verein.

Nachdem beim 130–Jahr–Jubiläum 1967 auch die verheirateten Burschenbrüder mit Bütten und Sketches mitgewirkt hatten, nutzten sie die Gunst der Stunde und gründeten kurzerhand die Faschingsgilde Eberschwang als eigenen, unabhängigen Verein. Sie ist das größte und erfolgreichste Beispiel für viele kleinere Stammtische und Vereine, die im Laufe der Jahrzehnte aus aktiven oder ehemaligen Burschen und Burschendirndln der Jungburschenschaft 1837 entstanden sind.

1982 beschlossen der junge Burschenführer August Huber und sein Team im Ausschuss, den Blau–Montags–Umzug der Jungburschenschaft 1837 aufgrund des riesigen Arbeitsaufwandes nur mehr alle paar Jahre durchzuführen. Wie zu erwarten, brachte den Jungburschen diese Entscheidung viel herbe Kritik aus vielen verschiedenen Richtungen, doch über die Jahre stellte sie sich als absolutes Erfolgsmodell heraus.

Zusammenfassend ist die Geschichte der Jungburschenschaft 1837 von sehr vielen Höhen und Tiefen geprägt. Doch immer wieder fanden und finden sich junge fähige Leute, die sich ihrer annehmen und sich für ihren Fortbestand einsetzen.

Ein Schlüssel zum Erfolg ist ohne Zweifel die Existenz zweier Burschenschaften im Ort. Die gesunde Konkurrenz spornt an und fördert sowohl das Leistungsvermögen als auch das Interesse an vielerorts bereits verloren gegangenen Werten und Brauchtümern. Mit Sicherheit ist es aber auch die lange Tradition der Burschenschaften, mit der man in Eberschwang mehr oder weniger aufwächst und die so von Generation zu Generation weitergegeben wird.
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UNSERE BURSCHENFÜHRER VON 1921 BIS HEUTE



Josef Strobl
Martin Mair
Karl Knoll
Sepp Lughofer
Oskar Leidl
Franz Briewasser
Rudolf Reischauer
Georg Lederbauer
Johann Einböck
Josef Duringer
1921 − 1926
1926 − 1927
1927 − 1929
1929 − 1930
1930 − 1931
1931 − 1935
1935 − 1937
1937 − 1939
1939
1954 − 1958
Franz Zweimüller
Franz Pramendorfer
Günther Pumberger
Josef Dornstauder
Kurt Kottbauer
Horst Lederbauer
Kurt Kottbauer
Josef Stammler
Franz Weibold
Walter Egger
1958 − 1960
1960 − 1962
1962 − 1963
1963 − 1964
1964 − 1965
1965 − 1966
1966 − 1967
1967 − 1969
1969 − 1971
1971 − 1972
Max Reischauer
Erwin Stammler
Karl Rachinger
Josef Reisinger
Alfred Egger
August Huber
Horst Lederbauer
Manfred Knirzinger
Peter Lederbauer
Rainer Kiehas
1972 − 1976
1976 − 1977
1977 − 1979
1979 − 1980
1980 − 1981
1981 − 1987
1987 − 1991
1991 − 1992
1992 − 1995
1995 − 1998
Martin Bögl
Rainer Kiehas
Walter Egger
Harald Jetzinger
Thomas Egger
Wolfgang Huber
Daniel Hattinger
Johannes Kaser
Peter Duringer
1998 − 1999
1999 − 2000
2000 − 2002
2002 − 2007
2007 − 2009
2009 − 2011
2011 − 2013
2013 − 2016
seit 2016


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