Renetseder

STAMMLOKALE

GASTHAUS RENETSEDER



Das Gasthaus Renetseder war ein traditionelles und beliebtes Gasthaus an der Hausruckbundesstraße. Es wurde 1848 erbaut und diente der Jungburschenschaft bis zu seiner Schließung in den 1970er Jahren als Vereinslokal. Als solches war es Veranstaltungsort der wichtigsten Ereignisse im Burschenjahr, wie Tanzschulen oder Nikolauskränzchen. Sogar der Burschenball fand bis zur erzwungenen Vereinsauflösung durch die Nazis im Gasthaus Renetseder statt. Schon damals traf man sich bereits am Nachmittag zu einem gemütlichen Beisammensein beim Wirt in Mühring, von wo aus man am Abend zum Fackelzug ins Vereinsgasthaus Renetseder aufbrach.

1959 starb Gastwirt Josef Renetseder nach längerer Krankheit im 57. Lebensjahr. Er war ledig und hatte keine Kinder, wodurch sein Bruder Hans das Gasthaus erbte. Dieser lebte mit seiner Familie in Salzburg, war dort Boss von praktisch allen Salzburger Versicherungen und hatte dementsprechend wenig Interesse am elterlichen Gasthof in Eberschwang. Er verpachtete den Betrieb an Franz Reumayr und dessen Gattin. Durch verschiedene ungünstige Umstände dauerte die Ära Reumayr aber alles andere als lange. Am 1. September 1960 übernahmen Marianne und Otto Weiss den Gasthausbetrieb. Zu diesem Zeitpunkt wohnte die alte Wirtin Theresia Renetseder, Mutter von Josef und Hans, noch in einer Stube im Parterre des großen Gasthauses. Sie hatte viel Freude daran, zu sehen, dass ihr Gasthaus mit Marianne Weiss wieder eine tüchtige Wirtin bekommen hatte, und schenkte ihr sehr viel von dem, was im Gasthaus offiziell noch ihr gehörte, wie Geschirr und der Gleichen. Doch noch im selben Jahr starb Theresia und mit ihr die Wirten− Dynastie Renetseder in Eberschwang.

Unter Marianne und Otto Weiss erlebte das Gasthaus Renetseder eine neue Blüte. Bereits um 6 Uhr morgens öffnete Marianne das Wirtshaus und verkaufte denjenigen, die täglich mit dem Bus nach Ried fuhren, Zigaretten oder eine Jause, was es damals nur im Wirtshaus zu kaufen gab. Außerdem hatten sie täglich viele Gäste, ja sogar dauernde „Abonnenten", für das Mittagessen, da die vielen anderen Eberschwanger Gasthäuser zu dieser Zeit eine tägliche Küche zu Mittag nicht hatten. Zudem wurde beim Renetseder immer viel Wein getrunken, da das Gasthaus über einen großen, alten Weinkeller verfügte, durch den sogar ein unterirdisches Bächlein floss, und die Wirtin Marianne Weiss früher immer Weinbäuerin werden wollte. Nicht zuletzt sei erwähnt, dass die Jungburschen mit Otto und Marianne Weiss wieder ein erstklassiges Vereinsheim hatten. Dass das Verhältnis zueinander im Großen und Ganzen stimmte, zeigte sich insbesondere zu Weihnachten, weil es sich Marianne nicht nehmen ließ, den Jungburschen jährlich ein Geschenk zu machen.

Leider musste Marianne Weiss im August 1969 aus gesundheitlichen Gründen das Wirten− Dasein aufgeben. Zum 10− Jahres− Jubiläum im Gasthaus Renetseder fehlten ihr und ihrem Mann genau 3 Tage. 1970 folgte ihnen Hannelore Winkler als Pächterin nach. Erst alleine, dann mit ihrem Gatten Walter. 6 Jahre lang führten sie den Gasthof. Ihnen folgte „Mausiwirt" Fuchsberger aus Ampflwang nach. Den Spitznamen erhielt er durch den leicht übertriebenen Beschützerinstinkt, den er seiner Gattin, dem „Mausi", gegenüber an den Tag legte. Herr Fuchsberger und sein Mausi verließen das Gasthaus Renetseder nach einem Jahr und zwei Monaten der Pacht. Dann stand das stets gut gehende Gasthaus leer.

Nach einigen misslungenen Versuchen, neue Pächter zu finden, überschrieb Johann Renetseder Junior aus Salzburg das Gasthaus der Eberschwanger Großtischlerei Lederbauer. Johann Lederbauer verkaufte es später der Gemeinde Eberschwang, die es 1982 zur Gänze abreißen ließ und auf dem ehemaligen Wirtshaus− Areal eine Bushaltestelle samt Parkplatz errichtete.

Zu ihrem 150− Jahr Jubiläum 1987 ließ die Jungburschenschaft 1837 auf dem Platz, an dem sich einst das Gasthaus Renetseder befand, einen Gedenkstein errichten. Nach einem feierlichen Umzug durch Eberschwang, unter Teilnahme vieler Eberschwanger Vereine, wurde er am 11. Juli 1987 von Bürgermeister Günther Pumberger enthüllt. Das Jungburschen− Denkmal soll eine bleibende Erinnerung an die Tradition der Burschen in Eberschwang sein. Zugleich erinnert es aber auch an die Ära des Gasthauses Renetseder, das von 1848 bis 1982 auf diesem Platz gestanden hat.
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WIRT Z'MOARHOF



Zur neuen Heimat der Jungburschenschaft 1837 wurde der Wirt z’Moarhof gewählt. Eine Entscheidung, die aus verschiedenen Gründen naheliegend war. So waren die Wirtsleute Johann und Frieda Bleckenwegner selbst Mitglieder der Jungburschenschaft, das Gasthaus lag relativ zentral und schon vor dem 2. Weltkrieg war man oft und gerne Gast beim Wirt z’Moarhof (damals Gasthaus Stockmann) gewesen.

Letztlich war es die beste Entscheidung, die die Jungburschen treffen konnten. Alleine schon die räumliche Aufteilung und die Größe machen das gemütliche Wirtshaus zum optimalen Vereinsheim für die Jungburschenschaft. Doch auch wie wichtig ein funktionierendes Verhältnis zu den Wirtsleuten für unseren Verein ist, zeigte sich im Laufe der Jahrzehnte.

Wie weit es gehen kann, wenn dieses gute Verhältnis nicht mehr vorhanden ist, stellte sich im Herbst 2003 unter den Nachfolgern der Familie Bleckenwegner heraus. Die Differenzen zwischen der Jungburschenschaft und den Pächtern des Gasthauses gingen so weit, dass die Jungburschen den Burschenschild von seinem angestammten Platz beim Wirt z’Moarhof entfernten und ihn in "Hanki’s Café" brachten. Das Lokal, das damals von Johann und Frieda Bleckenwegners Sohn betrieben wurde, war ein Jahr lang das offizielle Stammlokal der Jungburschenschaft 1837. Jedoch wurde dies von allen Beteiligten nur als Übergangslösung betrachtet und die Rückkehr in das eigentliche Stammlokal, den Wirt z’Moarhof, stets herbeigesehnt.

Im Herbst 2004, die Pächter des Wirt z’Moarhof waren zwischenzeitlich wieder von anderen Pächtern abgelöst geworden, war es schließlich so weit. Die Jungburschenschaft 1837 kehrte zurück in ihren "JB–Tempel". Doch auch die neuen Pächter hatten sich das Wirten–Dasein offenbar anders vorgestellt und gaben nur ein kurzes Gastspiel. Daraufhin war der Wirt z’Moarhof wieder für einige Wochen geschlossen.

Seit Jänner 2005 wird das Gasthaus nun von unseren Wirtsleuten Uschi und Martin Pillichshammer betrieben und wir können mit Stolz sagen, dass wir mit ihnen wieder ein richtiges Vereinsheim haben. Wir mögen unsere Wirtsleute und unsere Wirtsleute mögen uns. Wie sonst ließe sich erklären, dass die beiden kein Problem damit haben, das Gasthaus am Sperrtag eigens für uns zu öffnen, damit wir ungestört unsere Ideen für die Faschingssaison verwirklichen können. Für nicht wenige Mitglieder der Jungburschenschaft ist der Wirt z’Moarhof dadurch ein zweites Zuhause. Dafür möchten wir uns bei Uschi und Martin sehr herzlich bedanken!
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